Die intime Haut der Frau braucht Pflege, ein Leben lang.

Nicht erst, wenn etwas wehtut – sondern so selbstverständlich, wie Sie Ihr Gesicht eincremen oder Ihre Zähne putzen.

Ihr Guide

Grundwissen, das jede Frau haben sollte

Vulva ≠ Vagina

Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden – aber für die Pflege macht der Unterschied viel aus:

  • Vulva = der äussere, sichtbare Bereich: Vulvalippen, Klitoris, Scheideneingang, Harnröhrenöffnung, Damm

  • Vagina = der innere Kanal, der zum Gebärmutterhals führt

Warum das wichtig ist:

Die Vulva ist Haut – sie braucht Schutz und Fett, ähnlich wie das Gesicht. Die Vagina ist Schleimhaut – sie reinigt sich weitgehend selbst und braucht vor allem ein stabiles Milieu im Gleichgewicht (Feuchtigkeit, saurer pH-Wert). Was Sie aussen auftragen, ist nicht automatisch auch innen geeignet – und umgekehrt.

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Pflege der Vulva

Basispflege: Hydratation (Feuchtigkeit) und Rückfettung (Schutz).

Ergänzend bei Bedarf: Regeneration und Östrogenisierung.

Pflege der Vagina

Basispflege: Hydratation (Feuchtigkeit) und Ansäuerung der Vaginalflora (Gleichgewicht).

Ergänzend bei Bedarf: Regeneration und Östrogenisierung.

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Waschen vs. Pflegen

Waschen und Pflegen sind zwei verschiedene Dinge – und beides zusammen ergibt erst gute Intimpflege.

Waschen:

  • Waschen Sie Ihren Intimbereich wenn möglich nur mit lauwarmem Wasser

  • Wenn Sie eine Seife verwenden möchten: wählen Sie ein rückfettendes Produkt mit leicht saurem pH-Wert

  • Spülen Sie das Innere der Vagina nur ausnahmsweise aus – das stört das Gleichgewicht der Flora

  • Verwenden Sie keine desodorierenden Intimsprays

Pflegen:

  • Tragen Sie nach dem Waschen eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Creme auf – genau wie Sie es bei Gesicht und Körper tun

  • Sie können Ihre Körper- oder Gesichtscreme verwenden (wenn sie kein Mineralöl enthält), ein reines Basisöl wie Olivenöl, oder eines der Produkte aus der Übersicht in Kapitel 5

  • Pflegen Sie die gesamte intime Haut sorgfältig von vorne nach hinten: von der Vulva über den Damm bis zum Anus

  • Vergessen Sie nicht, mit dem Finger etwas Creme am Scheideneingang einzumassieren – auch die äussere Harnröhrenöffnung darf mitgepflegt werden

Warum Regelmässigkeit besser ist

Es geht nicht darum, möglichst viel zu machen – sondern darum, regelmässig etwas Gutes zu tun. Die intime Haut ist dünn und empfindlich. Zu häufiges Waschen oder zu aggressive Produkte reizen mehr, als sie nützen.

Die goldene Regel: Einmal täglich sanft waschen, danach pflegen. Wählen Sie Produkte, die Ihnen gefallen und gut tun, deren Duft Ihnen zusagt und die Sie gerne verwenden. Wichtig ist, dies regelmässig zu tun – und mit Liebe.

Probleme

Häufige Beschwerden

Trockenheit & Spannungsgefühl

Woran Sie es merken

Die Haut fühlt sich dünn an, spannt nach dem Waschen, ist empfindlich gegenüber Kleidung oder Berührung. Es kann kleine Risse geben, die beim Abtrocknen schmerzen oder sogar bluten. Sex kann unangenehm werden, selbst wenn die Lust da ist. Manche Frauen beschreiben es als ein «papierartiges» und kratzendes Gefühl.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Befeuchten + Rückfetten. Feuchtigkeit und eine schützende Fettschicht – am besten in Kombination. Die Feuchtigkeit macht die Haut geschmeidig, das Fett hält sie drin.

Was gut helfen kann

  • Feuchtigkeitsspendende Cremes und Gele auf die Vulva und den Scheideneingang auftragen – z. B. Sanddorn® feuchtigkeitsspendende Creme, Vagisan® feuchtigkeitsspendende Creme, Gynomunal® Gel, HydroSanta® Gel

  • Feuchtigkeitsspendende Zäpfchen für die Vagina – z. B. Cicatridina®, Ialuna®, Vagisan® Zäpfchen

  • Rückfettende Öle und Balsame für die Vulva – z. B. Mandelöl, Olivenöl, Kokosöl, LIP® Cleansing Oil, Sanddorn® Gel-Öl intim

  • Nasensprays auf die Vulva – ja, wirklich: Rhinodoron® (Aloe vera) oder Yerbasin® Nose (Yerba santa) können direkt aufgesprüht werden und spenden schnell Feuchtigkeit

  • Von innen unterstützen: Leinöl, Hanföl, Leindotteröl (½ TL pro Tag von jedem, z. B. im Salat oder Müesli), Leinsamen (1–2 EL, immer geschrotet), Green Smoothies, Sanddorn® Omega-7 Kapseln, Delima® Kapseln (Granatapfelöl)

Worauf Sie achten sollten

  • Vermeiden Sie Seife oder Duschgel im Intimbereich

  • Pflegen Sie regelmässig – nicht nur, wenn es spannt

  • Baumwoll- oder Seidenunterwäsche und lockere Kleidung helfen zusätzlich

  • Auch Ginkgokapseln als Nahrungsergänzung können die Durchblutung im Vulva-und Vaginalbereich verbessern

Wann ärztlich abklären

Wenn die Trockenheit trotz Pflege nicht besser wird, oder wenn Sie Risse und Schmerzen haben, die nicht heilen – dann lassen Sie es abklären. Es könnte eine dermatologische, entzündliche oder hormonelle Ursache dahinterstecken.

Juckreiz & Brennen

Woran Sie es merken

Es juckt – manchmal leicht, manchmal unerträglich. Brennen beim Wasserlassen, nach dem Sex oder einfach so. Die Haut kann gerötet, geschwollen oder warm sein. Manchmal begleitet von verändertem Ausfluss und Geruch.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Zuerst: Beruhigen und Schützen. Dann herausfinden, ob das Gleichgewicht der Scheidenflora gestört ist. Juckreiz kann viele Ursachen haben – ein gestörter pH, Trockenheit, eine Infektion, eine allergische Reaktion, oder einfach mechanische Reizung durch enge Kleidung.

Was gut helfen kann

  • Rückfettende Salben beruhigen die Haut sofort – z. B. Calendula Salbe (Weleda®), Hametum® Salbe, Vagisan® Schutz-Creme

  • Bei sehr empfindlicher oder rissiger Haut: Baby Calendula Schutzcreme (Weleda®) mit Zink

  • Cobagin® Suspension – Sonnenblumenöl, Jojobaöl, ätherische Öle von Lavendel, Orange, Rosmarin – beruhigt und pflegt gleichzeitig

  • Feuchtigkeitsspendende Gele lindern das Spannungsgefühl und verbessern die Scheidenflora – z. B. Multi-Gyn® Actigel, Gynofit® Vaginalgel

  • Ansäuernde Produkte, falls der pH gestört ist – z. B. Vagisan® Zäpfchen, Lactofem® Zäpfchen, Gynophilus® Kapseln

  • Sitzbad mit Essigwasser oder Molkosan® – 10–15 cm lauwarmes Wasser, 20 ml Apfelessig oder Molkosan® hinzufügen, 10–15 Minuten sitzen

  • Spülung mit Lavendel- oder Teebaumöl – 5 Tropfen ätherisches Öl in eine Portion Kaffeesahne (wichtig, da die ätherischen Öle fettlöslich sind) und 500 ml Leitungswasser geben, mit oder ohne Spritze spülen

Worauf Sie achten sollten

  • Nicht kratzen – so schwer es fällt. Kratzen beschädigt die Haut und macht sie anfälliger

  • Synthetische Unterwäsche, enge Kleidung, Slipeinlagen mit Plastikfolie und Tampons können Juckreiz verschlimmern

  • Waschmittel und Weichspüler können allergische Reaktionen auslösen – probieren Sie ein sensitives Produkt und wählen Sie das extra lange Spülprogramm

Wann ärztlich abklären

Wenn der Juckreiz mit starkem Ausfluss einhergeht und sich trotz Pflege verschlimmert, oder wenn er von unüblich riechendem Ausfluss begleitet wird – dann könnte eine Infektion dahinterstecken. Wiederkehrender Juckreiz sollte immer abgeklärt werden.

Schmerzen beim Sex

Woran Sie es merken

Es tut weh – beim Berühren, beim Eindringen, bei bestimmten Stellungen, oder danach. Manchmal brennt es, manchmal fühlt es sich an wie ein Engegefühl. Manche Frauen verlieren deshalb die Lust oder vermeiden Intimität ganz. Das ist verständlich – und lösbar.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Befeuchten + Schützen. Und vor allem: Kein Durchbeissen. Schmerzen beim Sex sind ein Signal, kein Versagen. In den meisten Fällen fehlt es auf der körperlichen Ebene an Feuchtigkeit und an einer geschmeidigen Schleimhaut. Und klar können auch Beziehungsprobleme hinter Schmerzen beim Sex stecken. Oft weiss der Körper vor dem Verstand, was los ist.

Was gut helfen kann

  • Gleitmittel verwenden – grosszügig und ohne Scham, auch für den Partner. Für viele Frauen sind Gleitmittel auf Silikonbasis die angenehmsten, zum Beispiel diejenigen von Pjur Med®. Es gibt auch gute Produkte auf Wasser- und Ölbasis. Wichtig**:** Ölbasierte Gleitmittel sind nicht kompatibel mit Latexkondomen.

  • Vor dem Sex eincremen: Vulva und Scheideneingang mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder einem Gel pflegen: Vagisan® feuchtigkeitsspendende Creme, Multi-Gyn® LiquiGel, Gynofit® Vaginalgel.

  • Vor dem Sex einölen: Mandelöl, Kokosöl, LIP® Cleansing Oil. Wichtig: Öle sind nicht kompatibel mit Latexkondomen.

  • Regelmässige Pflege unabhängig vom Sex – damit Haut und Schleimhaut dauerhaft geschmeidig bleiben.

  • Feuchtigkeitsspendende Zäpfchen und Gele in den Tagen vor und nach dem Sex verwenden – z. B. Cicatridina®, Ialuna®, Ainara® Gel.

Worauf Sie achten sollten

  • Nehmen Sie sich Zeit – Erregung braucht oft länger, als wir denken, und unsere Bedürfnisse und Vorlieben verändern sich im Laufe des Lebens

  • Sprechen Sie offen darüber – Offenheit ist Teil der Lösung

  • Wenn die Trockenheit hormonell bedingt ist (Wechseljahre, Stillzeit), können Phytoöstrogene oder topische Hormone helfen.

Wann ärztlich abklären

Wenn Schmerzen beim Sex trotz Gleitmittel und Pflege nicht besser werden. Wenn Sie Risse oder Blutungen bemerken. Oder wenn die Schmerzen tiefer sitzen und nicht nur am Eingang auftreten – das kann andere Ursachen haben, die abgeklärt werden sollten.

Regelmässig wiederkehrende Infektionen

Woran Sie es merken

Sie kämpfen mit immer wiederkehrenden Pilzinfektionen oder bakteriellen Vaginosen. Es brennt immer wieder leicht, riecht stärker als gewohnt, der Ausfluss verändert sich. Sie haben das Gefühl, das Gleichgewicht der Scheidenflora kommt nie ganz zurück.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Ins Gleichgewicht bringen. Die Vaginalflora stärken, den pH-Wert stabilisieren und das Milieu so aufbauen, dass sich schützende Bakterien wie Laktobazillen wieder wohlfühlen.

Was gut helfen kann

  • Ansäuernde Zäpfchen und Kapseln nach einer Infektion oder nach Antibiotika: Gynophilus®(Lactobacillus casei rhamnosus Döderleini), Vagisan® Zäpfchen (Milchsäure), Lactofem® Zäpfchen (Milchsäure), Gynial® active Zäpfchen (Milchsäure), Femibion® intime (Probiotika)

  • Vaginalgele mit Milchsäure oder Prä-/Probiotika: Gynofit® Vaginalgel mit Milchsäure, Geliofil® (Glykogen + Milchsäure – ernährt die Laktobazillen), Multi-Gyn® Flora Plus (Präbiotikum + 2QR-Komplex), GYNENOV® Vaginalcreme (Traubenkernextrakt + Milchsäure)

  • Gynoflor® Zäpfchen – Lactobacillus acidophilus + Estriol (rezeptpflichtig) – besonders wirksam, wenn Flora und Schleimhaut gleichzeitig geschwächt sind

  • Sitzbad mit Essigwasser – 10–15 cm lauwarmes Wasser, 20 ml Apfelessig hinzufügen

  • Spülung mit Essigwasser – 500 ml lauwarmes Leitungswasser mit 3 EL Essig mischen, in eine PET-Flasche füllen, die Vulva unter Spreizen mit den Fingern spülen. Oder eine grosse Spritze füllen, in die Vagina einführen, spülen. Nur gelegentliche Anwendung. Danach fetten!

  • Tampon mit Naturjoghurt (ohne Zucker!) – gut getränkt, 3–4 Stunden in der Vagina lassen, Mini-Tampon verwenden. Danach Vulva und Scheideneingang fetten.

  • Oral unterstützen: Lactibiane® (Probiotika oral), Vagisan® Biotin-Lacto (Biotin + Laktobazillen)

Worauf Sie achten sollten

  • Nach jeder Antibiotika-Einnahme aktiv die Scheidenflora wieder aufbauen

  • Zucker und industriell verarbeitete Lebensmittel können Pilzinfektionen begünstigen

  • Nasse Badeanzüge und Sportkleidung zügig wechseln

  • Beim Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen

Wann ärztlich abklären

Wenn Infektionen mehr als 3–4 Mal pro Jahr auftreten. Wenn Hausmittel und frei verkäufliche Produkte nicht mehr ausreichen. Oder wenn Sie unsicher sind, ob es sich um einen Pilz oder eine bakterielle Vaginose handelt – die Behandlung ist unterschiedlich.

Reizung

Woran Sie es merken

Nach dem Schwimmen brennt es leicht. Nach dem Radfahren ist die Haut gerötet. Nach der Rasur juckt es oder es entstehen kleine Pickel. Nach dem Joggen fühlt sich alles gereizt an.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Schützen & Rückfetten. Die Haut wurde mechanisch oder chemisch gereizt – jetzt braucht sie eine Schutzschicht und Beruhigung.

Was gut helfen kann

  • Vor dem Sport oder Schwimmen: Eine dicke Schicht Schutzcreme auftragen – z. B. Vagisan® Schutz-Creme, Calendula Salbe (Weleda®). Das schützt die Haut vor Reibung und Chlor

  • Nach dem Sport oder Schwimmen: Intimbereich sanft waschen (nur Wasser), abtrocknen und sofort rückfetten – z. B. mit LIP® Balm, Mandelöl, Cobagin® Suspension

  • Während der Rasur: Ölhaltiges Rasieröl verwenden, zum Beispiel LIP® Shaving Oil Bisabolol

  • Nach der Rasur: Beruhigende, zinkhaltige Creme – z. B. Baby Calendula Schutzcreme (Weleda®). Keine parfumierten Aftershaves im Intimbereich

  • Nasse Kleidung sofort wechseln – Feuchtigkeit und Wärme fördern Pilzwachstum

  • Für Radfahrerinnen: Gepolsterte Radhosen und eine gute Sitzcreme können helfen.

Worauf Sie achten sollten

  • Chlorwasser trocknet die Schleimhaut stark aus – nach dem Schwimmen immer pflegen

  • Enge Sportkleidung aus Synthetik kann die Haut reizen – bevorzugen Sie atmungsaktive Materialien

  • Rasur ist die häufigste Ursache für Mikroverletzungen im Intimbereich – wenn möglich seltener rasieren, oder trimmen statt rasieren

Wann ärztlich abklären

Wenn nach dem Sport oder Schwimmen regelmässig Infektionen auftreten. Oder wenn Rasurpickel sich entzünden und nicht abheilen.

Wechseljahre und hormonelle Umstellung

Woran Sie es merken

Die Schleimhaut wird spürbar dünner und trockener. Sex tut weh, obwohl früher alles gut war. Schon vor der eigentlichen Menopause, also in den Wechseljahren, kann die Haut empfindlicher werden. Manche Frauen bemerken häufigere Harnwegsinfekte. Es kann sich anfühlen, als ob sich der Körper «zurückzieht» – aber das muss nicht so bleiben.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Alle vier Grundbedürfnisse: Befeuchten, Rückfetten, Ansäuern und Regenerieren. Die sinkenden Östrogenspiegel betreffen die gesamte vulvo-vaginale Region. Gezielte Unterstützung kann die Lebensqualität enorm verbessern.

Was gut helfen kann

  • Basispflege intensivieren: Täglich feuchtigkeitsspendende Creme oder Gel + rückfettendes Öl oder Balsam. Das ist jetzt nicht optional, sondern Grundlage

  • Phytoöstrogene zur Regeneration der Schleimhaut – z. B. Delima® Feminin Vaginalzäpfchen (Granatapfelöl, Vitamin E), Rheum rhaponticum Zäpfchen oder Salbe (Weleda®, Sibirischer Rhabarber), Gynomunal® Gel (Hyaluronsäure + Hopfen)

  • Nahrungsergänzung: Triolinum® fort (Leindotteröl, Leinsamenextrakte, Hopfenextrakt) oder alternativ: Leinöl, Hanföl und Leindotteröl mischen, ½ TL pro Tag von jedem, mit Salat oder Müesli

  • Probiotika nicht vergessen – die Flora leidet mit: Gynophilus, Lactibiane oral, etc.

Worauf Sie achten sollten

  • Die Veränderungen kommen schleichend – viele Frauen gewöhnen sich daran, statt etwas zu tun. Das muss nicht sein.

  • Phytoöstrogene wirken sanft, aber brauchen Zeit (mehrere Wochen bis Monate)

  • Topische Hormone, falls nötig, sind kein Zeichen von Schwäche – sie sind eine medizinisch sinnvolle Option, wenn Pflege allein nicht ausreicht.

Wann ärztlich abklären

Wenn die Beschwerden Ihre Lebensqualität einschränken. Wenn Pflege und Phytoöstrogene nicht genügen. Wenn Sie häufigere Harnwegsinfekte haben. Oder wenn Sie unsicher sind, ob topische Hormone für Sie in Frage kommen – besprechen Sie das offen mit Ihrer Ärztin. Ab August 2026 biete ich auch zu diesen Themen online-Beratungen an.

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Produkte, die mich überzeugt haben

Die folgenden Übersichten sind nicht nach Darreichungsform sortiert, sondern nach Einsatzgebiet – damit Sie schnell finden, was zu Ihrer Situation passt. Die Einteilung geht vom Einfachen zum Komplexen: Starten Sie dort, wo Sie sich gerade befinden.

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Einfach starten

Alltagstaugliche Basispflege für jede Frau – unkompliziert, sofort einsetzbar.

Diese Produkte eignen sich als Einstieg in die Intimpflege. Sie brauchen kein Rezept und keine Vorkenntnisse. Einfach nach dem Waschen auftragen – fertig.

Feuchtigkeitsspendend

Cremes und Gele

  • Sanddorn® feuchtigkeitsspendende Creme – Sanddorn®-Öl, Hyaluronsäure, Milchsäure

  • Vagisan® feuchtigkeitsspendende/gleitende Creme – Milchsäure. Kann auch als Gleitmittel verwendet werden

  • Gynofit® Vaginalgel feuchtigkeitsspendend – Zitronensäure, Glycerin. Kann auch als wässriges Gleitmittel verwendet werden

  • Multi-Gyn® LiquiGel – Aloe barbadensis Extrakt: «2QR». Auch als wässriges Gleitmittel

  • Ainara® Gel – Glycerol, Polycarbophil, Carbopol. Langanhaftendes Feuchtigkeitsdepot

Rückfettend

Salben und Cremes

  • Calendula Salbe (Weleda®) – Calendula, sehr fetthaltig, regenerativ

  • Baby Calendula Schutzcreme (Weleda®) – Calendula, Zink. Bei Rissen und sehr empfindlicher Haut

  • Hametum® Salbe – Hamamelis-Extrakt

  • Vagisan® Schutz-Creme/Salbe – Lipide, pflanzliche Öle und Wachse, Bisabolol, Ingwer-Extrakt

Öle und Balsame

  • Mandelöl, Olivenöl, Kokosöl – einfach und wirksam. Achtung: Jojobaöl nicht pur verwenden, sondern nur in Mischungen

  • LIP® Cleansing and Moisturising Oil (Kokos und Vanille / Sanddorn und Fragonia / Präbiotisch) – Sonnenblumenöl, Kokosöl, Triglyceride. Diese Öle können Seife ersetzen

  • LIP® Balm – Macadamia und Haferextrakt

Feuchtigkeitsspendend

Zäpfchen

  • Cicatridina® – Hyaluronsäure, Centella asiatica, Calendula, Aloe vera, Melaleuca

  • Ialuna® Zäpfchen – Hyaluronsäure, Centella asiatica, Kamille, Vitamin E

  • Vagisan® Zäpfchen – Milchsäure, Natriumlactat

Schnelle Feuchtigkeit

Sprays

  • Rhinodoron Nasenspray (Weleda®)– Aloe vera. Auf die Vulva sprühen

  • Yerbasin® Nose Nasenspray – Yerba santa. Auf die Vulva sprühen

Natürlich & sanft

Pflege mit natürlichen Inhaltsstoffen, Ölmischungen und Hausmitteln – für Frauen, die es gerne naturbelassen mögen.

Spezielle Ölmischungen und Balsame

  • Sanddorn® Gel-Öl intim – Omega 7+9, Kokosöl, Granatapfelkernöl, Weizenkeimöl, Sheabutter, Sonnenblumenöl, Vitamin E, Milchsäure

  • Cobagin® Suspension – Sonnenblumenöl, Jojobaöl, ätherische Öle von Lavendel, Orange, Rosmarin. Pflanzenextrakte von Limonen und Linalool. Sorbitol. Vitamin E

  • Ölmischungen – z. B. Basisöl mit Granatapfel, Rose, Sanddorn, Calendula, Lavendel (fragen Sie Ihre Apotheke)

  • Intimbalsame – nach Rezeptur (fragen Sie Ihre Apotheke)

  • Rosenzäpfchen – nach Rezeptur (fragen Sie Ihre Apotheke)

Mit Mehrwert

Gele

  • HydroSanta® – Hyaluronsäure, Milchsäure

  • Gynomunal® Gel – Hyaluronsäure, Vitamin E, Hopfen (Phytoöstrogen)

  • Multi-Gyn® Actigel – Aloe barbadensis Extrakt: «2QR»

Hausmittel

  • Sitzbad mit Essig- oder Zitronenwasser – 10–15 cm lauwarmes Wasser in ein Becken, 20 ml Apfelessig oder Zitronensaft hinzufügen

  • Sitzbad mit Molkosan® – 10–15 cm lauwarmes Wasser, 20 ml Molkosan® hinzufügen

  • Spülung mit Lavendel oder Teebaumöl – 5 Tropfen in eine Portion Kaffeesahne (wichtig, da fettlöslich) und 500 ml Leitungswasser geben

  • Tampon mit Naturjoghurt (ohne Zucker!) – gut getränkt, 3–4 Stunden in der Vagina lassen, Mini-Tampon verwenden. Danach Vulva und Scheideneingang fetten

  • Spülung mit Essigwasser – 500 ml lauwarmes Leitungswasser mit 3 EL Essig mischen. Nur gelegentliche Anwendung. Danach fetten!

von innen unterstützen

Nahrungsergänzung und Ernährung

  • Delima® Kapseln – Granatapfelöl

  • Sanddorn® Omega-7 Kapseln – Sanddorn, Antioxidantien, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 3, 6, 7 und 9), Vitamin E, Beta-Carotin. Verbessert auch trockene Augen

  • Triolinum® fort – Leindotteröl, Leinsamenextrakte, Hopfenextrakt

  • Leinöl, Hanföl, Leindotteröl («kleiner Lein») – Mischung von ½ TL pro Tag von jedem Öl, mit Salat oder Müsli (ersetzt Triolinum®)

  • Leinsamen – 1–2 EL pro Tag, geschrotet

  • Green Smoothies – befeuchten den ganzen Organismus

  • Ginkgo als Nahrungsergänzung – verbessert die Durchblutung (auch im Vaginalbereich)

Wenn Pflege allein nicht reicht

Gezielte Produkte zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Scheidenflora – bei wiederkehrenden Beschwerden oder nach Infektionen.

Vaginal

Ansäuernde Zäpfchen und Kapseln

  • Gynophilus®– Lactobacillus casei rhamnosus Döderleini

  • Vagisan® Zäpfchen – Milchsäure

  • Lactofem® Zäpfchen – Milchsäure

  • Gynial® active Zäpfchen – Milchsäure

  • Femibion® intime – Probiotika

Ausgleichend

Vaginalgele und Cremes

  • Gynofit® Vaginalgel mit Milchsäure – Milchsäure, Glycerin. Hilft, die Vaginalflora auszugleichen

  • Geliofil® – Glykogen (ernährt die Laktobazillen) und Milchsäure

  • Multi-Gyn® Flora Plus – Aloe barbadensis Extrakt: «2QR», kombiniert mit einem Präbiotikum

  • GYNENOV® Vaginalcreme – Traubenkernextrakt, Milchsäure

  • Crispagyn® regenerierende Creme – Lactobacillus crispatus, Sheabutter, Vitamin E

Flora von innen stärken

Orale Probiotika

  • Lactibiane® (und andere) – Probiotika oral

  • Vagisan® Biotin-Lacto – Biotin und Laktobazillen

Östrogen-Pflanzen

Phytoöstrogene – für Frauen, die gezielte Regeneration brauchen. Teilweise rezeptpflichtig.

Phytoöstrogene sind pflanzliche Stoffe, die eine östrogenähnliche Wirkung entfalten. Sie können helfen, wenn:

  • Die Schleimhaut dünner wird und Basispflege allein nicht mehr genügt

  • Sie in der Prämenopause oder Menopause sind

  • Sie eine sanfte, pflanzliche Unterstützung bevorzugen, bevor Sie zu Hormonen greifen

Zäpfchen

Phytoöstrogene

  • Delima® Feminin Vaginalzäpfchen – Vitis vinifera (Weinblatt), Granatapfelöl, Vitamin E

  • Rheum rhaponticum Zäpfchen (Weleda®) – Sibirischer Rhabarber

  • PM: Feuchtigkeitsspendende Vaginalzäpfchen – Ätherische Öle von Niaouli, Zypresse, Salbei (PM = Magistralrezeptur, fragen Sie Ihre Apotheke)

Salben und Gele

Phytoöstrogene

  • Rheum rhaponticum D2 oder 0,4% oder 0,6% (Weleda®) – Sibirischer Rhabarber

  • PM: Feuchtigkeitsspendende Vaginalcreme – Ätherische Öle von Niaouli, Zypresse, Salbei (PM = Magistralrezeptur, fragen Sie Ihre Apotheke)

  • Gynomunal® Gel – Hyaluronsäure, Liposomen, Vitamin E, Hopfen

Nur mit Begleitung

Warum Hormone nichts mit «Versagen» zu tun haben

Viele Frauen zögern, lokal anwendbare (topische) Hormone zu verwenden – aus Angst, aus Unsicherheit, oder weil sie das Gefühl haben, ihr Körper «sollte das alleine schaffen». Aber: Wenn Ihr Körper weniger Östrogen produziert, ist das keine Schwäche – es ist Biologie. Und die Unterstützung mit topischen Hormonen ist eine der am besten erforschten und wirksamsten Massnahmen gegen vulvo-vaginale Atrophie.

Wann bioidentische Hormone in Frage kommen

Bei schwerer vulvo-vaginaler Atrophie – wenn die Schleimhaut so dünn geworden ist, dass Pflege und Phytoöstrogene nicht mehr ausreichen. Diese Produkte sind nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

So wird typischerweise vorgegangen:

  1. Während den ersten 2–4 Wochen die Behandlung einmal täglich anwenden, bis die Symptome sich bessern

  2. Dann auf jeden zweiten Tag reduzieren und im Wechsel eine Zubereitung auf Basis von Phytoöstrogenen einführen

  3. Je nach Symptomen die topischen Hormone schrittweise reduzieren, indem sie zusätzlich zu den Phytoöstrogenen auch mit feuchtigkeitsspendenden, ansäuernden und rückfettenden Produkten kombiniert werden

  4. Danach reicht eine Anwendung von lokalen Östrogenen 1–2 Mal pro Woche oder sogar nur alle zwei Wochen

Wichtig: Eine schwere vulvo-vaginale Atrophie neigt dazu zurückzukehren, wenn man die topischen Hormone vollständig absetzt. Besprechen Sie die Langzeitplanung mit Ihrer Ärztin, oder buchen Sie zur Besprechung einen Termin mit mir (möglich ab August 2026).

bioidentische Hormone

Produkte

  • OESTRO-GYNAEDRON® Creme – Estriol (1 Applikator = 0,5 mg Estriol). Anfangs 1 Applikator täglich tief vaginal und etwas Creme auf die Vulva massieren. Später 1–2x/Woche

  • OVESTIN® Creme – Estriol (1 Applikator = 0,5 mg Estriol). Anfangs 1 Applikator täglich tief vaginal und etwas Creme auf die Vulva massieren. Später 1–2x/Woche

  • OVESTIN® Zäpfchen – Estriol (1 Zäpfchen = 0,5 mg Estriol). Täglich während 2–4 Wochen, dann 1–2x/Woche

  • BLISSEL® Gel – Estriol (1 Applikator = 0,05 mg Estriol – niedrig dosiert). Anfangs 1 Applikator täglich tief vaginal und etwas Gel auf die Vulva massieren. Später 1–2x/Woche

  • Gynoflor® Zäpfchen – Estriol 0,03 mg (sehr niedrig dosiert) + Lactobacillus acidophilus. Täglich während 2–4 Wochen, dann 2x/Woche

  • Kadefemin® Estriol Ovula 0,03 mg – Estriol (sehr niedrig dosiert). Täglich während 2–4 Wochen, dann 2x/Woche

  • VAGIFEM® Zäpfchen – Estradiol (1 Tablette = 10 mcg Estradiol). 1–2x/Woche

Alle Produkte mit anderen Pflegemitteln kombinieren – Hormone allein sind nicht ausreichend. Die Basispflege (befeuchten, rückfetten, ansäuern, regenerieren) läuft immer nebenher.

Warum Begleitung wichtig ist

Topische Hormone sind lokal wirksam und gelten als sehr sicher. Trotzdem gehören sie in ärztliche Hände – weil die Dosierung individuell angepasst werden sollte und weil es wichtig ist, den Verlauf zu beobachten. Die topische, also lokale Anwendung von Östrogenen im vulvo-vaginalen Bereich lindert die Symptome einer Atrophie übrigens besser als eine systemische Hormonbehandlung in Form von Tabletten, Pflaster, oder Gel, das über die Haut aufgenommen wird. Diese Art von Hormonbehandlung ist vor allem wirksam bei Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressiver Verstimmung, Gelenkschmerzen usw.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich etwas kaputt machen?

Wie oft soll ich pflegen?

Muss ich das mein Leben lang machen?

Brauche ich wirklich so viele Produkte?

Was ist der Unterschied zwischen Vaginalzäpfchen und Vaginalcreme?

Ist es normal, dass es während und nach den Wechseljahren so trocken ist?

Was darf ich während einer Krebsbehandlung anwenden?

© 2026 Marion Meisser | All rights reserved

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